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Lagerspiel bei Differential einstellen?
#1
Question 
Hallo,

Zur Zeit baue ich auch meine Achse um (von i=5.25 auf i=4.3) und bin jetzt beim eigentlichen Zusammenbauen. Was mir bei vanHansens Anleitung fehlt:

Mittels Gewinderinge muss man:

a. Das Lagerspiel der beiden Winkelkontaktlager einstellen (die Lager die den Ausgleich und das Tellerrad-paket tragen).
b. Tellerrad axial verschieben damit man an den Zahnflanken das richtige Bild bekommt.

b) bekomme ich schon hin, aber für a) habe ich keine Ahnung. Kann mir jemand mit einer Anleitung weiterhelfen? Prinzipiell weiss ich nicht wie straff bzw lose die Lager sein müssen.

Lucas
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#2
Hallo Lucas,
Gib mir deine email, dann scanne ich es ein und lasse es dir zukommen.
Grüße Stefan
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#3
Ich habe jetzt auch den i=4.3 Umbau hinter mir und habe van Hansens Anleitung benutzt. Aber naumi hat mich auch geholfen.

Zuerst habe ich ein Paar professionelle freie Werkstätte gefragt ob sie den Auftrag für den Umbau nehmen wollen. Alle haben abgelehnt. Dann war ich bei 3 Mercedes Vertragswerkstätten und habe zur Aktion gefragt und war besonders interessiert wie das Werkzeug für den grossen Gewindering aussieht. Keine der 3 Werkstätten hatten das Spezialwerkzeug und sie wollten es einfach mit Hammer und Meissel/Splintentreiber lösen. Dann wurde ich "sauer" - warum ein 7500km 1120 mit falschem Werkzeug kaputt machen? Deshalb habe ich alles einfach selbst gemacht. Aber eins habe ich gelernt. Der 1120 ist so alt dass sich die Leute in der Werkstatt knapp mehr auskennen - für sie ist es ein Exot - und das sind grundlegend schlechte Nachrichten.

Ich habe noch nie an einem LKW geschraubt (nur PKWs) und habe folgende Tipps für den Umbau:

1. Ohne eine komplett ausgerüstete Werkstatt geht es gar nicht. Denkt man, das man mit einem 1/2" Knarrensatz durchkommt - der irrt sich.

2. Ich habe selbst meine Spezialwerkzeuge entwickelt und gebaut (Grosser Schlüssel für den 1050 Nm Gewindering und Lagerabzieher für das Kugellagerpaket des Kegelrades), ich konnte ja gar nicht diese Werkzeuge bei Mercedes mieten!!! Dazu gehört schweissen, plasmaschneiden, Regal voller Stahlprofile und Stahlbleche bis 10mm. Der grosse Gewindering konnte ich nur mit dem Werkzeug und ein 10t Wagenheber lösen. Durch diese Aktionen denke ich, dass der komplette Umbau etwa 5 Tage gedauert hat.

3. Man braucht mindestens 3/4" Zoll Knarrensätze und Drehmomentschlüssel. Das sind RICHTIG grosse und schwere Teile. Dazu Druckluftschrauber - nicht so einen kleinen aber ein richtig fetten der was lösen kann. Die Mutter für die Kardanwelle muss z.B. mit 430 Nm montiert werden: Meine Arbeit hatte glücklicherweise ein 3/4" Drehmomentschlüssel bis 700Nm, aber mit meinen 70kg Körpergewicht ist man trotzdem hilfslos. Es ging nur indem man den Schlüssel mit einem Stahlrohr verlängerte.

4. Das Tellerrad-Ausgleich Paket ist sauschwer - fühlt sich an wie 50 kg oder mehr - alles sehr sehr unergonomische Arbeitsverhältnisse. Nur mittels Sperrholz, Hartfaserplatten (kleine Stücke) und etliche andere Tricks kam das Paket rein und raus.

5. Ist man Laie (wie ich) und hat keine Messuhr für die Lagereinstellung, dann vergiss die Arbeit - man hat keine Ahnung wie viel Vorspannung die Lager haben müssen. Man kann sicher etwas auf "Gefühl" tun - aber wie sich das auf die Lebensdauer verhalten wird?

6. Ganz erfreulich: Die Teile von Euroricambi passen fast 1:1 mit den Mercedes Teilen. Bei mir sind die Gewinderinge der Axiallager nur um 1/16 Umdrehung verschoben. Das Druckbild an den Zahnflanken passt auch 1:1 - also kein fummeln da.

7. Ganz erfreulich: Der 1120 fährt jetzt fast wie ein PKW. Mit dieser Übersetzung können sich die 205 PS wirklich entfalten und man spührt wirklich Durchzug. Mit der früheren i=5.25 fühlt sich alles ein bisschen lahm an.

Lucas
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#4
Hallo Lucas

Schön das du fertig bist mit deiner HA. Ich hoffe meine Anleitung hat bisl geholfen. Natürlich ist sie nicht perfeckt aber vllt gibt es anregungen zur Verbesserung.

Gruss
Mario
MB 1120 AF
- Feuerwehraufbau entfernen, erledigt 12/2018
- DoKa kürzen, in Arbeit bis 07/2019 erledigt
- Übersetzung ändern, erledigt 05/2019
- Zwischenrahmen und FM2 besorgen, geplant bis 07/2019
- Baustop 07/2019 - 07/202? Weinend
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#5
Hallo Lukas,

das ist schon verrückt, wie viel Arbeit da so drin steckt und das einen keiner "in den Werkstätten" helfen kann ( will? ). 

Gut das es das Forum gibt!!!!!

Super Leistung, hoffe ich muss da nicht ran.

Gr. Mirco
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Mercedes-Benz LK / LN2 (Leichte Klasse)

Der LK/LN2 (Baumuster 673, 674, 675, 676, 677, 678, 679) ist der Nachfolger des LP (leicht) und der Vorgänger des Atego. Er wurde im Daimler-Benz Werk Wörth am Rhein und später auch im Werk Ludwigsfelde (der erste LK/LN2 814 rollte dort am 8.2.1991 vom Band) gebaut.
Er deckte die Baujahre 1984-1998 ab und wurde mit folgenden Motoren ausgeliefert: OM 364 (Vierzylinder), OM 364 A (=Aufladung =Turbolader), OM 364 LA (=Turbolader und Ladeluftkühlung), OM 366 (Sechszylinder), OM 366 A, OM 366 LA und OM 904 LA (Vierzylinder Eco Power).
Es gab den LK/LN2 mit den Verkaufsbezeichnungen 609 (Export), 709, 809, 811, 814, 814 Eco Power, 817, 914, 914 AK (=Allrad Kipper), 917, 917 F (=Feuerwehr), 917 AF (=Allrad Feuerwehr), 920 AF, 924 AF, 1114, 1114 AK, 1117, 1120, 1120 F, 1120 AF, 1124 F, 1124 AF, 1224 F, 1224 AF, 1314 AK, 1317 AK, 1324 AK und 1524 F. Dabei stehen die hinteren beiden Ziffern grob für die Motorleistung (x10 nehmen) und die davor stehende(n) Ziffer(n) grob für das zul. Gesamtgewicht in t.