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  Zeichung mit Maßen
Geschrieben von: Struwwel - 30.11.2017, 19:42 - Forum: Sonstige Themen - Antworten (3)

Hallo Zusammen,


ich bin auf der Suche nach einer Zeichnung vom LN2 917 mit kurzem Radstand, so wie es hier ist: http://www.unimog.net/sales/mb1017/mb1017-09ps.gif

Hab mich im Internet wundgesucht und auch in der Aufbaurichtline nichts passendes Gefunden.

Kann mir da jemand weiter helfen (gerne auch per Mail)?

Vielen Dank!
Struwwel

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  Revision Splitgetriebe GV4 65 6/9,0
Geschrieben von: siegerland - 30.11.2017, 09:24 - Forum: Antrieb - Antworten (20)

Die Getriebe-Revision GV4-65 6/9,0

Den Bericht über die Getriebe-Revision wollte ich noch nachreichen, hier ist er.

Teil 1

Das bei uns mittlerweile verbaute Getriebe des Baumusters 714681 stammt aus einem Spenderfahrzeug, das wir über eine Internet-Kleinanzeige im hohen Norden, nahe der Ostsee, gefunden hatten. Pläne ein solches Getriebe zu verbauen hatten wir schon ganz zu Beginn unseres Projektes gehabt. Bereits in 2015 war uns schon mal eines angeboten worden, wegen des Ergebnisses der Gesamtabwägung über Kosten und Nutzen aber wieder verworfen. Ende 2016 fiel uns aber dann erneut ein Getriebe über die oben erwähnte Annonce ins Auge.

Ein fast noch vollständiger LN2 wurde als Schlachtobjekt feilgeboten, alles war also noch an Bord. Über Telefon wurden wir uns handelseinig, zahlten einen Abschlag, packten dann Anfang 2017 das notwendige Werkzeug zusammen und zogen dann mit PKW und Anhänger los. Im Vorfeld hatten wir uns mit Hilfe des WIS/EPC und reichlich Ratschlägen aus der Szene soweit aufgeschlaut, dass wir wussten was aus dem LN2 auszubauen war. Die Liste findet ihr im Einbaubericht.

Der Verkäufer hatte uns vor Abreise mitgeteilt bei allen Demontagearbeiten hilfreich zur Seite stehen zu wollen, das machte er dann auch. Er stand aber eher „bei Seite“. Also unter richtig mit Anpacken verstehe ich was anderes, er scheinbar auch. Naja. Die ganze Karre war so versifft und verrostet, stand im Freien auf Waldboden und es war kalt. Keine idealen Ausbauvoraussetzungen. Teilweise waren Schrauben so angegammelt, dass an einer Stelle sogar Qualitätswerkzeug zu Bruch ging. Nach 7 Stunden Ochserei zu zweit, war das Getriebe samt der notwendigen Peripherie draußen.

Wir verluden es auf unseren Anhänger, sicherten es und machten uns dann auf den Nachhauseweg.
Zur Befundung mussten wir das Getriebe erst einmal von einer Schicht Ölschmiere, Sand und dem Schmutz der Straße befreien, das nahm sicher einen ganzen Tag in Anspruch. Wegen Fehlens einer Ölabscheidung verbot der Einsatz eines Hochdruckreinigers, also gingen wir mit Spachtel, Lappen und Schraubenziehern ans Werk, um diesem Dreckspatz erst einmal eine Grundreinigung zu verpassen.

Das gereinigte Getriebe
   


Das Ergebnis: Vor uns stand, bzw. lag eine Wuchtbrumme von Getriebe, zahlreiche Farbschichten unterschiedlicher Verteilung und verschiedener Farbtöne bedeckten es. Es handelte sich um ein bereits einmal revidiertes Getriebe, dies gab das Typenschild zu erkennen. Grün, Ochsenblutrot und Grautöne wechselten sich ab. Was hatten wir da nur erstanden? Das Getriebeöl war bereits beim Verkäufer geblieben, er hatte es ablassen müssen, da die Hydraulikpumpe nicht Teil des Verkaufs gewesen war, dort wo diese verbaut gewesen war, klaffte nun eine Öffnung, die wir mit einem noch lieferbaren Blinddeckel noch würden verschließen müssen.

Auf der Unterseite des Getriebes zeigte sich starke Korossion, die es noch zu entfernen galt. Mit einem Gurt hingen wir das Getriebe so in einen Werkstattkran, dass die Unterseite zugänglich war und gleichzeitig letzte Reste von Getriebeöl noch auslaufen konnten. Die an der Unterseite des Getriebes befindliche Ablassschraube hat auf der Innenseite einen Magneten. Hieran hatte sich nur ein sehr kleines Igelchen aus Stahlspänen angehaftet, das lag also völlig im Rahmen und gab keinen Anlass zur Sorge.

Sorgen machte uns eher der Getriebewellen-Eingangsstummel, dieser zeigte deutliche Einlaufspuren, umlaufend fehlte sicher ein halber Millimeter.

Die eingelaufene Getriebeeingangswelle

   

Ein solches Schadenbild entsteht, wenn das im Motor befindliche Pilotlager beschädigt ist, der Motor befand sich allerdings 600km weiter nördlich, mal eben nachschauen ging also nicht. Diese Pilotlager führt die Welle in der Kurbelwelle des Motors, große Lasten werden hier nicht eingetragen. Was war Ursache, was war die Wirkung? Hat der Stummel das Pilotlager zerstört und ist dann eingelaufen weil er nicht mehr geführt wurde, war also die Eingangswelle schlecht gelagert, hatte Axial- und Radialspiel und konnte so im Pilotlager zerstörerische Kräfte einleiten? Oder war es umgekehrt, ist das Pilotlager aus anderen Gründen, vielleicht durch schieren Verschleiß kaputtgegangen?

Wir kannten Getriebe bisher maximal aus unseren alten italienischen Zweirad-Diven von innen. Aber ein LKW-Getriebe reparieren, no way! Was tun sprach Zeus! Wie repariert man eine eingelaufene Getriebe-Eingangswelle?

Mehrere Wege schienen uns gangbar.
1. Welle ausbauen, Stummel aufschweißen und auf Normmaß abdrehen
2. Eine Hülse drüber schieben (gibt es bei ZF-Getrieben, das GV4 ist aber ein Mercedes-Getriebe)
3. Welle ausbauen, auf ein Untermaß abdrehen
4. Nicht reparieren, so wie es ist wieder einbauen
5. intaktes Getriebe kaufen

Nachteile Option1 und Option 3
Ausbauen ist mal eben so schnell gesagt, aber geht das überhaupt ohne Spezialwerkzeug? Und: Wie baut man so etwas wieder zusammen?
Nachteil Option 1
Dass es sich um einen Kohlenstoff-Stahl handeln musste war herauszufinden, aber wer schweißt das auf? Mit welchem Verfahren? Wie sehr gefährdet der beim Schweißen entstehende Hitzeeintrag das Materialgefüge der Welle, muss die dann neu gehärtet werden?
Nachteil Option 2
Wir fanden keine Hülse von einem halben Millimeter Wandstärke mit passenden Innen- und Außenabmessungen
Nachteil Option 4
Wissend um eine nicht behobene aber jetzt zugängliche Stelle auf Reisen gehen? Wie lange kann das gutgehen? Welche Folgefehler können entstehen?
Nachteil Option 5
Kosten, Verfügbarkeit

Uns kam ein Zufall zu Hilfe. Wir fanden ein zusätzliches intaktes Getriebe, erwarben es und begannen von Neuem mit den Überlegungen. So beschlossen wir das Reserve-Getriebe zunächst als Back-up erst mal in der Ecke stehen zu lassen. Sollten wir wir bei einem jetzt beschlossenen Reparaturversuch scheitern, würden wir immer noch auf dieses zusätzliche Getriebe zurückgreifen können. Uns packte ein wenig der Ehrgeiz.

Viele Dutzend Seiten Werkstatt-Anleitungen wurden studiert. Zumindest eine Zerlegung erschien möglich, danach wollten wir weiterschauen.

Im nächsten Teil lest ihr dann wie es weiter ging.

Gruß

Stefan

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