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Getriebe Instandsetzen G3/60-5/7,5
#1
Hallo zusammen,

nachdem ich gefühlt das ganze Forum zum Thema "Getriebe" durchsucht habe, muss ich mich doch an euch wenden. Vermutlich bin ich einfach nur blind und finde den passenden Beitrag nicht Kopfkratzend

Zum eigentlichen Problem, unser Getriebe hat schon seit dem Kauf des 814 eine Macke. Bei Talfahrten im Schubbetrieb fliegen gern mal die Gänge 2 und 3 raus. Auf unserer ersten länger Testfahrt im Herbst '19, 2500km, kam noch ein brummendes Geräusch bei Schubbetrieb bzw. auch bei kurzem "vom Gas gehen" hinzu. 
Bei der letzten Fahrt vor zwei Wochen, rd. 320km kam während des Überholens mit rd. 105km/h ein brummend- mahlendes Geräusch dazu, welches vorher nie aufgetreten ist. 
Wir sind dann ganz gemütlich mit 70-80km/h nach Hause gefahren.

Da im April die nächste Reise ansteht möchte ich das Getriebe ausbauen und zerlegen, um der ganzen Sache mal auf den Grund zu gehen. Ich vermute es sind die Synchroringe zwischen Gang 2 und 3 sowie das Lager in Richtung Kardanwelle. Vielleicht liege ich auch total falsch.
Was ich seit dem Kauf bereits gewechselt habe ist die Kupplung komplett inkl. Geber- und Nehmerzylinder und Leitung, sowie das Mittenlager der Kardanwelle. 

Meine Frage an euch wäre, kann es noch weiter Ursachen geben, außer dem Getriebe? Und hat jemand zufällig einen Reparaturleitfaden für das G3/60-5/7,5?
Es ist ganz gewiss nicht das erste Getriebe welches ich instand setze, allerdings waren es bisher nur PKW und Simson Getriebe die ich auf der Werkbank hatte  Achselzuckend


Gruß Chris
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#2
Hallo
Wäre es nicht einfacher ein gut gebrauchtes zu verbauen? 5gang findet man ja immer malwieder.
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#3
Hallo Sven, 

das ist natürlich auch eine Möglichkeit. Und mit Sicherheit einfacher, da das jetzige ja sowieso raus muss. 
Aber auch in ein gebraucht gekauftes würde ich vor dem Einbau gerne reinschauen, bevor man sich die Arbeit umsonst macht. Außer natürlich man kennt Herkunft, Zustand und Laufleistung.

Grüße
Chris
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#4
Hi
Es sind eventuell die Gabeln die die Gänge reinschieben. Hatte es im 4. Gang und habe unterwegs das Getriebe geöffnet und die Gabeln nachgemessen. Die betreffende war 1,5mm schmaler. Das Material wieder aufgetragen und gut ist es. War vor 30000km..
Beim Untersuchen des Getriebes konnte man deutlich sehen daß die betreffenden Gänge nur halb drin waren. Bei einem gebrauchten wird es ggf. nicht besser sein.
Wenn ein Fahrer immer die Hand auf dem Knauf hat werden die Gabeln immer belastet und schleifen an der Scheibe.

Gruß und viel Erfolg
Poldi
Umwege fördern die Ortskenntnis

Poldi
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#5
Hi Paule,

daran habe ich noch gar nicht gedacht. Klingt aber durchaus plausibel, besonders da meiner ja ein Bankfahrzeug war und mehrere Dinge verschlissen waren, die bei 230.000km eigentlich noch nicht dran wären. 
Danke für den Tipp! 
Wenn du deins unterwegs geöffnet hast, gehe ich davon aus, dass es vom Aufbau so simpel ist, wie ich es eigentlich erwarte. Also Deckel runter und dann sieht man schon was, ohne dass einem etliche Federn entgegen fliegen. 
Aber vielleicht kannst du mir sagen, ob die Schaltgabeln im Gehäuse oder am Deckel befestigt sind?

Grüße
Chris
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#6
Hi
Getriebe auf den Tisch gelegt, Deckel auf und alles ist sichtbar. Die drei Gabeln sind dann zugänglich. Mit etwas Fantasie sieht man den ersten und Rückwärts ganz, der ist etwas anders. Mit einem Schraubenzieher kannst du die Schaltvorgänge durchspielen und siehst wie der Gang nicht richtig drin ist.Ich hatte dann mit der Schieblehre gemessen. Das Geschiebe kann man so rausnehmen, vorher Foto machen ist hilfreich. Bei mir geht jetzt auch der erste Gang im Schiebebetrieb raus, daher alle Gabeln messen und die dicke als Mass nehmen. Ich hab einfach mit Schutzgas was aufgetragen und mit der Flex geradegezogenen. Eigentlich sollte man die Gabeln anschließend härten.
Umwege fördern die Ortskenntnis

Poldi
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#7
Achja , am Getriebe ist ein Deckel wo das Geschiebe drin ist. Rein theoretisch braucht man das Öl nicht ablassen wenn ich es richtig in Erinnerung habe. Ablassen solltest Du trotzdem, dann hast du nicht die Sauerei. Ich hab das als Nichtfachmann mit Hilfe in einem Tag auf dem Bürgersteig hinbekommen.
Umwege fördern die Ortskenntnis

Poldi
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#8
Moin,

an der Stelle nur mal ein kurzes Update. Das es draußen zur Zeit eher ungemütlich ist und leider keine Halle zur Verfügung steht, habe ich die Tage mit Recherche zum Aufbau des Getriebes verbracht. Auch das Abtelefonieren der nahegelegenen KFZ-Verwerter stand auf dem Programm. Hier hatte ich viel Glück, dass einer genau das gleiche Getriebe liegen hatte und auch der Preis stimmte. Also flux das Teil abgeholt und dank der Hinweise und Tipps hier aus dem Forum, die mich auf verschiedenen Wege erreichten, ging das Öffnen und inspizieren fast von selbst. Es stellte sich heraus, dass der Verwerter die Wahrheit gesagt hat. Das Getriebe ist augenscheinlich in einem Top Zustand. Alles Zahnräder und Synchronringe sehen aus wie neu, das Öl ist noch schön klar und es lässt sich gut durchschalten.  Tanzend
Also werde ich jetzt die Dichtungen von den Teilen erneuern, die ich abgeschraubt habe und auch den Simmering auf der Kupplungsseite wechseln, welcher nach den vielen Jahren zwar noch dicht ist, aber auch schon ziemlich hart. Selbstverständlich bekommt das Getriebe auch frisches Öl. Die erforderlichen Teile gab es alle noch bei MB. 

Erfreulich ist auch, dass das Getriebe einen Nebenantrieb hat, welcher ziemlich klein ist. Also genau das Gegenteil von den großen NAs welche bei den Feuerwehren verbaut sind. 
Damit kann ich auch ein anderes Projekt realisieren, aber dazu in ferner Zukunft mehr Zwinkernd 

Bilder folgen natürlich auch noch, leider will sich gerade mein Handy nicht mit dem Rechner verbinden...

Vielen Dank schonmal an alle, die sich an dem Thema beteiligt haben  Daumen hoch!

Grüße
Chris
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#9
Moin,

nachdem das "neue" Getriebe von Außen ordentlich geputzt wurde und sämtliche Schmiere entfernt war, war auch die anfägliche Euphorie etwas verflogen. Offenbar war bei dem Spenderfahrzeug das Pilotlager verschlissen, so dass sich ein ordentliche Nut in die Antriebswelle gefressen hat... Wütend
   

Also zurück zum anfänglichen Plan, das eigene Getriebe ausbauen, zerlegen und auf Fehlersuche gehen.

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Warum die Gänge 2+3 gerne rausspringen war schnell gefunden, die Stege zwischen den drei Nuten in der Schaltstange sind so weit verschlissen, dass die Kugel, welche sie in Position halten soll, kaum eine Chance hat. Auch der Bolzen, der die ganze Schaltmimik im Deckel in Position hält, ist abgenutzt. (Hier zeigen sich die Nachteile eines Fahrzeugs aus dem Kurzstreckenverkehr)

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Auch das motorseitige Lager der Vorgelegewelle weißt leichte Verschleißspuren in Form von Riefen und Ovalität auf. Hier könnten evtl. die Geräusche herkommen. Aber auch das Differential an der Hinterachse hat meines Erachtens nach zu viel Spiel. Das wird aber noch vermessen, sobald meine Messuhr da ist. 

Weiterhin habe ich alle Synchronringe nachgemessen, diese sind alle noch weit von der Verschleißgrenze entfernt. Auch die Schaltgabeln weisen nahezu keine Verschleißspuren auf.  

Somit wird mein Getriebe mit neuen Lagern auf der Vorgelegewelle und rundum neuen Dichtung und Wellendichtringen wieder aufgebaut. Die Schaltstange sowie der ganze Deckel wird vom Ersatzgetriebe genommen, da hier der Verschleiß noch nicht so stark ist. Gerne würde ich die Schaltstange erneuern, sie ist aber (zumindest in Deutschland) nicht mehr lieferbar. 
Wenn jemand zufällig noch eine sehr gute hat, darf er sich gerne bei mir melden  Zwinkernd

Gruß
Chris
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#10
Das Getriebe wurde heute wieder final zusammengesetzt. Beim Durchdrehen von Hand ist es hörbar leiser geworden. Auch das Schalten geht jetzt "satter", besonders in den betroffenen Gängen. 
Ob damit alle Symptome behoben sind, wird erst ein Fahrtest zeigen, das dauert aber witterungsbedingt noch etwas. Ein Getriebe Draußen bei Wind und Regen von unten wieder einbauen macht einfach keinen Spaß. 

Alles in allem kann ich abschließend sagen, dass die ganze Arbeit kein Hexenwerk ist. Wie bei jeden anderen Getriebe muss man mit Bedacht vorgehen und sich die Teile beim Zerlegen in der richtigen Reihenfolge hinlegen. Es geht auch nach knapp 30 Jahren alles ohne rohe Gewalt auseinander und dann auch wieder zusammen. 

Ich denke, das Thema kann hiermit geschlossen werden.
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Mercedes-Benz LK / LN2 (Leichte Klasse)

Der LK/LN2 (Baumuster 673, 674, 675, 676, 677, 678, 679) ist der Nachfolger des LP (leicht) und der Vorgänger des Atego. Er wurde im Daimler-Benz Werk Wörth am Rhein und später auch im Werk Ludwigsfelde (der erste LK/LN2 814 rollte dort am 8.2.1991 vom Band) gebaut.
Er deckte die Baujahre 1984-1998 ab und wurde mit folgenden Motoren ausgeliefert: OM 364 (Vierzylinder), OM 364 A (=Aufladung =Turbolader), OM 364 LA (=Turbolader und Ladeluftkühlung), OM 366 (Sechszylinder), OM 366 A, OM 366 LA und OM 904 LA (Vierzylinder Eco Power).
Es gab den LK/LN2 mit den Verkaufsbezeichnungen 609 (Export), 709, 809, 811, 814, 814 Eco Power, 817, 914, 914 AK (=Allrad Kipper), 917, 917 F (=Feuerwehr), 917 AF (=Allrad Feuerwehr), 920 AF, 924 AF, 1114, 1114 AK, 1117, 1120, 1120 F, 1120 AF, 1124 F, 1124 AF, 1224 F, 1224 AF, 1314 AK, 1317 AK, 1324 AK und 1524 F. Dabei stehen die hinteren beiden Ziffern grob für die Motorleistung (x10 nehmen) und die davor stehende(n) Ziffer(n) grob für das zul. Gesamtgewicht in t.