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Schwachpunkt an der Allradachse.
#1
Hallo,

an den Allradachsen gibt es bei der Achsschenkellagerung einen Schwachpunkt. Ich schreibe das heute, da mir dieser Schaden schon öfters begegnet ist
und ihr ein offenes Auge auf diese Lagerung habt.

Die Achsschenkellagerung besteht aus vier Lagerbolzen, die auf Platten sitzen. Diese Platten sind von oben und unten in die Achsschenkel geschraubt.
Das sieht so aus:

   

Die Lagerbolzen sehen so aus:

   

Die Lagerung in den Achskugeln bilden zwei Nadellager, die je oben und unten sitzen. Die Nadelhülsen sind einseitig geschlossen. Das ist wichtig, damit sich die Achsschenkellagerung abschmieren lässt. Ist der Deckel herausgebrochen
(was ich schon erlebt habe), drückt sich das Fett beim Abschmieren in die Achskugel. Das Nadellager und das Radiallager bekommen jedoch kein frisches Fett.

So sehen die Nadellager aus:

von außen, der Schraubenzieher zeigt auf die Fläche, auf der das Drucklager anliegt. Über das Drucklager wird das Fahrzeuggewicht getragen.
   

von innen, der oben beschriebene Deckel:
   

Nun die besagte Schwachstelle: die Lagerung kann nur radiale Kräfte aufnehmen (dient also nur zur Drehbewegung des Achsschenkels).
Da das Fahrzeuggewicht auch über die Achsschenkellagerung übertragen werden muss,
sitzt an den unteren Achsschenkellagerungen links und rechts ein Axiallager.
Die Axial-Lagerungen sind links und rechts verschieden ausgeführt.

rechte Lagerung:

   

linke Lagerung:

   

Wenn der untere Lagerbolzen ausgebaut wird, sieht das dann oft so aus:

   
   
   
   

Von Mercedes gibt es nicht mehr alle Teile dieser Lagerung einzeln. Nach letzten Informationen (ohne Gewähr  Lächelnd) gibt es nur noch die einseitig geschlossenen Nadelhülsen (ca. 90 ,- Euro pro Stück) oder einen Reparatur-Satz, in welchem ein Lagerbolzen und die Lager sind.
Dieser Satz ist für links und rechts unten verfügbar (ca 700,- pro Stück).
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#2
Da bei meiner Allradachse der gleiche Schaden vorlag und ich nicht 1500,- Euro für die beiden Reparatursätze ausgeben wollte, baute ich vor 8 Jahren die Axiallagerung auf zwei Nadellager um.
Das hält jetzt schon 80.000 km.
ich habe jedoch das Gefühl, dass die Lenkung sehr leichtgängig und hierdurch sensibel reagiert.
Ich plane die Axiallagerung auf zwei Gleitlager umzubauen.

So sah der Umbau aus:

   



Sven (hier aus dem Forum) hat den gleichen Schaden an seiner Achse. Wir haben uns Gedanken gemacht, wie wir das ohne die teuren Reparatur-Sätze ordentlich instandsetzen können:

Hier der Prototyp:

Der eingelaufene Bolzen wurde überdreht.

   

rechts der Bolzen mit der überdrehten Auflagefläche 
   


Als Lager wurde für beide Seiten ein Gleitlager gedreht. 
Als Auflage und Reibfläche für das Lager wurde eine Stahlring gedreht.
Das Lager wurde dünner als das Original gefertigt, dafür die Reibscheibe (die immer in Stücke bricht) dicker gefertigt.
In die Gleitlager kommen noch vier Schmiernuten.

Das sieht dann so aus:

   
   

Dies ist ein Prototyp, um zu schauen, ob das alles funktioniert.

Wenn das Ergebnis zufriedenstellend ist, werden die Stahlscheiben noch gehärtet.

Falls die Stirnfläche eines Lagerbolzens überdreht werden muss, wird das Gleitlager um das abgedrehte Maß stärker.
Das ist wichtig, weil damit die Lage des Achsschenkels bestimmt wird. 
Die Höhe des Achsschenkels zum Achskörper muss gleich sein, weil die beiden Wellen der Doppelkreuzgelenkwelle sonst nicht auf einer Ebene laufen. Es ist nicht gut für die Lager und kann zu Schwingungen an der Vorderachse führen.

Wenn jemand noch Ideen, Verbesserungsvorschläge hat, sind wir dafür dankbar.

Es werden vorerst -5- Sätze gefertigt, die bereits ihre Abnehmer haben. Falls noch Jemand Interesse hat, kann er sich gerne bei mir melden.

Grüße Stefan
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#3
Meld!
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#4
Wäre auch interessiert, wobei bei mir noch kein Schaden an dieser Stelle zu erkennen ist.
Eher vorbeugend als Ersatzteil wenn es soweit ist...
Viele Grüße
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#5
Same here
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#6
Tolle Aktion, ich wäre mit dabei! Hast du schon einen groben Preisrahmen?

Andy
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#7
Ich melde auch mein Interesse an.

VG
Marco
"The only easy day was yesterday"
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#8
Hallo,

das Thema ist sehr interessant.

Ich finde es sehr cool wenn jemand solche Schwachstellen aufdeckt - vor allem wenn es, wie diese an Stellen ist, an die man wohl nie gedacht hätte.

Das dazu gleich noch eine Lösung erfunden wird ist spitze.


Kann man ungefähr sagen, bei welchem Kilometerstand so ein Schaden auftritt? Viele von uns fahren ja Feuerwehrfahrzeuge mit sehr geringem Kilometerstand, dafür aber natürlich mit hohen Standzeiten.
Was ist da jetzt als kritischer einzustufen ?


Grüße Dirk
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#9
Nur ein Beispiel, unser 1317AK hat den beschriebenen Schaden spätestens seit Kilometerstand 213.000km oder anders herum nach 27 Jahren
Flüsternd  Ein schwacher Verstand ist wie ein Mikroskop, das Kleinigkeiten vergrößert und große Dinge nicht erfasst  Zwinkernd
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#10
Oha...315tkm hat mein A.K. aufn Anzeiger stehn...muss ich das zerlegen um den Schaden festzustellen?
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Mercedes-Benz LK / LN2 (Leichte Klasse)

Der LK/LN2 (Baumuster 673, 674, 675, 676, 677, 678, 679) ist der Nachfolger des LP (leicht) und der Vorgänger des Atego. Er wurde im Daimler-Benz Werk Wörth am Rhein und später auch im Werk Ludwigsfelde (der erste LK/LN2 814 rollte dort am 8.2.1991 vom Band) gebaut.
Er deckte die Baujahre 1984-1998 ab und wurde mit folgenden Motoren ausgeliefert: OM 364 (Vierzylinder), OM 364 A (=Aufladung =Turbolader), OM 364 LA (=Turbolader und Ladeluftkühlung), OM 366 (Sechszylinder), OM 366 A, OM 366 LA und OM 904 LA (Vierzylinder Eco Power).
Es gab den LK/LN2 mit den Verkaufsbezeichnungen 609 (Export), 709, 809, 811, 814, 814 Eco Power, 817, 914, 914 AK (=Allrad Kipper), 917, 917 F (=Feuerwehr), 917 AF (=Allrad Feuerwehr), 920 AF, 924 AF, 1114, 1114 AK, 1117, 1120, 1120 F, 1120 AF, 1124 F, 1124 AF, 1224 F, 1224 AF, 1314 AK, 1317 AK, 1324 AK und 1524 F. Dabei stehen die hinteren beiden Ziffern grob für die Motorleistung (x10 nehmen) und die davor stehende(n) Ziffer(n) grob für das zul. Gesamtgewicht in t.